LAFT Berlin: Bericht des Vorstands für den Zeitraum November 2018 bis November 2019

Die Mitgliederzahl des LAFT Berlin stieg auch im Berichtsjahr 2018/19 weiterhin kontinuierlich und lag Ende 2019 bei annähernd 400 Mitgliedern, bestehend aus Einzelkünstler:innen, Gruppen, Spielstätten und assoziierten Mitgliedern. Es lässt sich feststellen, dass der LAFT Berlin kaum Mitglieder verliert, die Mitglieder scheinen demnach mit den Aktivitäten und dem Angebot des LAFT Berlin zufrieden zu sein.

Mitglieder des Vorstands von November 2018 bis November 2019 waren: Florian Bücking, Chang Nai Wen, Dagmar Domrös, Reto Kamberger, Nina Klöckner (Schatzmeisterin), Daniel Schrader, Marianne Ramsay-Sonneck.  Kooptierte Vorstandsmitglieder waren Janina Benduski, Daniel Brunet, Elisa Müller und Tina Pfurr.

Peggy Mädler blieb für den Bereich Redaktion des LAFT verantwortlich, Vorstandsassistenz und Mitgliederverwaltung übernahm Denise Biermann.

Aktivitäten des Verbandes:

Die ordentlichen Mitgliederversammlungen des LAFT Berlin fanden am 11. April 2019 im Theater im Delphi und am 25. November 2019 im Theater Strahl statt.

Vom 8. bis 10. März 2019 fand die jährliche Klausur des LAFT Berlin im Schloss Bröllin statt. Neben dem intensiven Austausch zwischen den Mitarbeiter:innen der unterschiedlichen Bereiche des LAFT Berlin (Vorstand und Projekte) wurde auch ein Workshop zum Thema „work – life – balance“ angeboten. 

Am 15. März 2019 fand der erste Genregipfel im FELD – Theater für junges Publikum statt. Es gab rege Beteiligung und Austausch. Das Format soll weitergeführt werden.

Am 18. Juni fand das Sommerfest des LAFT Berlin im ZK/U statt.

Am 1. November fand ein erster Bezirksfördersummit statt. Mit Expert:innen aus der Politik wurden Themen wie Abgrenzung der Kulturförderung durch den Senat und die Bezirke, die Rolle der Darstellenden Künste in der Bezirkskultur und Honoraruntergrenze im speziellen Fokus auf die Bezirksstruktur Berlins besprochen. Mittelfristiges Ziel ist – ähnlich dem kontinuierlichen Austausch mit der Kulturverwaltung auf Landesebene – eine regelmäßige und verstärkte Kommunikation mit den einzelnen Bezirkskulturämtern.

Am 13. Dezember 2019 fand die Weihnachtsfeier des LAFT Berlin statt.

Arbeitsgruppen:

Die AG Zeitgenössischer Zirkus arbeitet weiterhin daran, die Wahrnehmung der verschiedenen Spielarten des zeitgenössischen Zirkus zu vergrößern, den Austausch mit den anderen Sparten voranzubringen sowie die Möglichkeit von Förderinstrumenten zu erweitern. Dabei soll neben dem inhaltlichen auch der ästhetische Austausch nicht zu kurz kommen.

Die neu gegründete AG Darstellende Künste im öffentlichen Raum hatte ihr erstes Treffen am 1. Mai 2019.

Die AG Internationales hat ihre Aktivitäten aufgrund der Überlastung der Mitglieder etwas eingeschränkt. Themen sind weiterhin: Export- und Gastspielförderung durch Kulturverwaltung oder Wirtschaftssenat, Besuch von Veranstaltungen zum Thema Internationales, Visabestimmungen, u.ä. ein Beispielprojekt für 2018 ist die Teilnahme an der Umfrage zu Creative Europe.

Die AG Archiv des Freien Theaters hat den Abschlussbericht des Berlin-Projektes beim Arbeitstreffen des Archivvereines am 9. November 2019 vorgestellt. Man wartet auf den nächsten Schritt auf Bundesebene, um dann ein Berliner Modellprojekt zur Erfassung von Daten zu starten.

Die Mitglieder der AG Diversität und Antidiskriminierung haben sich zunächst über den Begriff der Diversität verständigt und daraus eine Selbstbeschreibung der AG entwickelt.

Die AG Runder Tisch der Kinder- und Jugendtheater trifft sich regelmäßig 3 bis 4 Mal jährlich. Die Arbeitsgruppe setzt sich für die Stärkung und Sichtbarkeit dieses Theatersegments ein und richtet dabei ein besonderes Augenmerk auf die Bedarfe mobiler und ungeförderter Theater, die überwiegend auf Einnahmenbasis spielen. Weitere Themen sind der Ausbau eines dezentralen Kulturangebots in der Stadt und die Zusammenarbeit mit dem JugendKulturService. 

Kulturpolitik:

Das Jahr stand im Zeichen der Doppelhaushaltsverhandlungen. Es gab eine Reihe kulturpolitischer Gespräche und rege Beteiligung an den Haushaltsverhandlungen. Die kulturpolitischen Aktionen bewirkten eine sehr hohe Beteiligung von Akteur:innen der freien Szene und viele Ziele des LAFT Berlin in Bezug auf den Doppelhaushalt wurden erreicht.

Senatsverwaltung für Kultur und Europa

Der LAFT Berlin hat sich auch im Jahre 2019 zu regelmäßigen Jourfixes mit der Senatsverwaltung für Kultur und Europa getroffen. Im kontinuierlichen Austausch mit den Mitarbeiter:innen der Kulturverwaltung machte der LAFT Berlin z. B. Vorschläge für Jurybesetzungen, er erarbeitete Vorschläge zur Verbesserung von Verwaltungsvorgängen und war auch umgekehrt für die Kulturverwaltung ein verlässlicher Ansprechpartner aus der Szene.

Bezirkskulturpolitik

Neben dem kontinuierlichen Austausch mit der Kulturverwaltung auf Landesebene bringt sich der LAFT Berlin zunehmend auch in die Bezirkskulturpolitik ein. Beim Bezirksfördersummit wurde in drei Arbeitsgruppen u. a. über „die Honoraruntergrenzen (HUG) in der bezirklichen Kulturförderung“, über die Zuständigkeit – „Land und Bezirke – Wer in Berlin macht eigentlich was?“ und über die „Zukunft der freien Szene in den Kiezen – kulturelle Grundversorgung und künstlerische Vielfalt“ diskutiert.

Perspektivisch soll ein Positionspapier zur Bezirksförderung erstellt werden. Es gilt herauszufinden: Wo gibt es bezirkliche Theater in Berlin? Wo gab es mal welche? Es soll weitere Veranstaltungen geben. Kriterien für eine kommunale Förderung sollen perspektivisch zusammengetragen werden. Wie müssen sich bezirkliche Förderungen von der Senatsförderung unterscheiden?

Kulturpolitische Gremien:

Koalition der Freien Szene

Nachdem der LAFT Berlin keine:n feste:n Vertreter:in in der KdFS im Jahre 2018 hatte, wurde Daniel Brunet im November 2018 kooptiert und in den Sprecher:innenkreis entsandt – als Sprecher für die Darstellenden Künste.

Auch 2019 war ein Jahr des Umbruchs in der Koalition mit dem Abschied dreier langjähriger Sprecher:innen: Chris Benedict, Bettina Bohle und Simone Willeit. Zeitgleich kam ein Novum in die Struktur des Sprecher:innenkreises – zum ersten Mal bei dem 2019 Sommerplenum wurden auch verbandsunabhängige Vertreter:innen direkt von Plenum in den SK entsandt: Sonja Hornung, Julia Schell, Kerstin Quitsch und Teo Vlad. 2019 gab es außerdem eine Raumkampagne und eine Raumkonferenz, die von der KdFS organisiert wurden.

Ebenfalls 2019 entstand der Verein Bündnis Freien Szene Berlin e. V. als Dachverband für die Koalition. Gründungsmitglieder sind: bbk berlin – berufsverband bildender künstler*innen berlin e. V., IG Jazz Berlin e. V., inm – initiative neue musik berlin e. V., LAFT – Landesverband freie darstellende Künste Berlin e. V., Netzwerk freier Berliner Projekträume und –initiativen e. V., Netzwerk freie Literaturszene Berlin e. V., ZTB – Zeitgenössischer Tanz Berlin e. V.

Mit diesem Verband gibt es endlich eine Entität, durch die die Koalition Fördergelder beantragen und verwalten kann. Vorstandsmitglieder sind Bettina Bohle, Eric Schumacher und Jole Wilcke.

Kulturraumbüro/ PROSA

Die Koalition der freien Szene hat den partizipativen Prozess zwischen Verwaltung und Freier Szene über das gesamte Jahr hinweg begleitet. Es fanden regelmäßige Gespräche mit der Kulturverwaltung sowie den kulturpolitischen Sprecher:innen der Regierungskoalition statt.

Seitens der Kulturverwaltung besteht die Absicht, ein „Kulturraumbüro“ zu gründen, das die Sicherung und Entwicklung von künstlerischen Arbeitsräumen zum Fokus hat. Angestrebt wird eine Zusammenarbeit von Kulturverwaltung, Kulturraumbüro GmbH, GSE, BIM, Atelierbüro sowie der Freien Szene.

Zur Schaffung und Sicherung bedarfsgerechter künstlerischer Arbeitsräume für in Berlin arbeitende Künstler:innen aller Kunstsparten hat die Koalition der freien Szene das Projekt PROSA (Projekt zur Schaffung künstlerischer Arbeitsräume) konzipiert und beantragt. Im Falle einer Bewilligung werden zwei 30-Stunden-Stellen geschaffen (Angestellten-Verhältnis mit dem Bündnis Freie Szene Berlin e. V.) Die Verhandlungen werden sicher auch im Jahr 2020 fortgeführt werden.

BFDK – Bundesverband freie darstellende Künste

Der LAFT Berlin nahm vom 19. März bis 21. März 2019 an der Delegiertenkonferenz und der anschließenden Konferenz der Landesverbände in Leipzig teil. Die starke Divergenz der Situation der einzelnen Landesverbände kam bei diesen Veranstaltungen deutlich zum Ausdruck.

Janina Benduski ist weiterhin Vorsitzende des BFDK und erreichte in dieser Funktion eine enge Anbindung des LAFT Berlin an die Aktivitäten des Bundesverbandes.

An der Veranstaltung “Von Begegnung, Vermittlung und kultureller Teilhabe. Vermittlungskunst in den Freien Darstellenden Künsten” vom 12. bis 15. November 2019, organisiert durch die Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel, hat das Performing Arts Prgramm des LAFT Berlin teilgenommen. Das Handbuch „Zwischen Publikum und Bühne. Vermittlungsformate für die freien darstellenden Künste“ wurde vorgestellt.

Rat für die Künste

Elisa Müller (kooptiertes Vorstandsmitgied des LAFT Berlin) vertritt weiterhin die freien darstellenden Künste im Rat.

DIE VIELEN

Der LAFT Berlin beteiligte sich an der Vorbereitung und Durchführung von “Unite and Shine“ am 19. Mai 2019.

Projekte des LAFT Berlin:

PAP – Performing Arts Programm Berlin

Die Aktivitäten des Performing Arts Programm Berlin wurden über den gesamten Berichtszeitraum fortgeführt.  Unter anderem fand am 17. Mai 2019 in der Lettrétage der Fachtag „Kollektiv. Vernetzt. Solidarisch – Formen der Zusammenarbeit in den freien darstellenden Künsten“ statt. Bemerkenswert war die rege Teilnahme auch von Vertreter:innen der institutionell organisierten darstellenden Künste. Vom  5. bis 7. September 2019 fand der 8. Branchentreff in den Sophiensaelen statt. Die Veranstaltung wurde von der Szene sehr gut angenommen.

Neben den größeren Projektförderungen durch die europäischen Fonds EFRE und ESF startete 2019 ein neues, kleineres Projekt, das über das Förderprogramm Weltoffenes Berlin finanziert wird. Mit dem Arbeitstitel „Lots:innen in die Freie Szene“ und einem Budget von 46.000 Euro hat das Projekt zum Ziel, Personen aus regionalen Communities einzusetzen, um Akteur:innen aus diesen Communities an Beratungsstrukturen der Freien Szene heranzuführen.

PAF – Performing Arts Festival

Vom 28. Mai bis 2. Juni 2019 fand das Performing Arts Festival (PAF), erstmalig mit der neuen Leitung von Sarah Israel und Tessa Hartig statt. Es war ein sehr erfolgreiches Festival mit hohen Besucher:innenzahlen und sehr diversen Veranstaltungsorten.