Empfehlung einer Honoraruntergrenze für Projektanträge in den Darstellenden Künsten

Der LAFT - Landesverband freie darstellende Künste Berlin fordert seit Jahren die Einhaltung von Honoraruntergrenzen in allen öffentlichen Förderinstrumenten und engagiert sich stetig für eine entsprechende Erhöhung der Fördermittel. Die Honoraruntergrenzen-Empfehlungen orientieren sich an den Mindestgagen der städtischen und staatlichen Bühnen und werden regelmäßig den Tarif- und Inflationsentwicklungen angepasst.

Auf der Mitgliederversammlung im April 2019 wurde daher eine neuerliche Erhöhung beschlossen:
 
Der LAFT Berlin empfiehlt für Projekte, die ab 1. Mai 2019 konzipiert und geplant werden, eine Honoraruntergrenze von 2.490 Euro/Monat bei Vollzeit-Beschäftigung über mindestens 12 Monate. Diese Empfehlung gilt für alle Berufsgruppen, die über die Künstlersozialkasse pflichtverpflichtet sind.

Für alle Berufsgruppen, die nicht der Versicherungspflicht über die Künstlersozialkasse unterliegen, empfehlen wir eine Honoraruntergrenze von 2.875 Euro/Monat bei Vollzeit-Beschäftigung über mindestens 12 Monate.

Die Honoraruntergrenzen sind dabei nicht als Richtgagen für öffentliche Förderung zu verstehen, sondern zeigen die unterste Grenze der Honorierung auf, um einen der Qualifikation der Kunstschaffenden entsprechenden Mindeststandard zu garantieren.

Außerdem wurde auf der Mitgliederversammlung im April 2019 über eine Ausdifferenzierung der Honoraruntergrenzen-Empfehlung abgestimmt. Grundlage der Beschlüsse waren die Vorschläge, die der LAFT Berlin auf dem 8. Fördersummit im September 2018 erarbeitet hat.

In Bezug auf Vorstellungsgagen folgt der LAFT Berlin nun dem Beschluss des BFDK Bundesverband Freie Darstellende Künste und empfiehlt ab Sommer 2019 ein Mindesthonorar für Vorstellungen in Höhe von 280,00 Euro (ohne KSK-Mitgliedschaft) bzw. von 250,00 Euro (mit KSK-Mitgliedschaft).

Weiterhin empfiehlt er für Projekte, die ab Sommer 2019 konzipiert und geplant werden, die Honoraruntergrenzen als Nettohonorare (umsatzsteuerpflichtige Honorare zzgl. Mehrwertsteuer) zu berechnen sowie Honorare selbstbewusst zu skalieren, wenn belegbare Gründe dafür existieren. Die Honoraruntergrenzen-Empfehlungen markieren lediglich Untergrenzen, d.h. den jeweiligen Mindestwert. Honorarsummen können und sollten je nach Kontext und Kriterien (z. B. Berufserfahrung) deutlich darüber hinausgehen.

Die vollständige Erklärung des LAFT Berlin zur aktuellen Honoraruntergrenzen-Empfehlung für die Freien Darstellenden Künste in Berlin ist hier als pdf zu finden.

Weitere Informationen zur Geschichte der Honoraruntergrenzen-Empfehlung sind hier als pdf zu finden.

Wir rufen alle frei produzierenden Kunstschaffenden dazu auf, die Honoraruntergrenzen-Empfehlung des LAFT Berlin in ihren Anträgen zu berücksichtigen und auf diese Weise für eine faire Bezahlung in den Projekten einzutreten.

Politik, Kulturverwaltungen, die Jurys und alle Beteiligten in den Förderinstitutionen rufen wir auf: Ermöglichen Sie durch die Ausgestaltung der Förderinstrumente und Erhöhung der Fördermittel Honoraruntergrenzen in den freien darstellenden Künsten. Engagieren Sie sich weiter für soziale Chancengleichheit in der Berliner Kulturlandschaft!